Total Commander


Dateimanager sind unverzichtbare Tools, wenn es um die Verwaltung der eigenen Datenträger geht. In der klassischen Variante können damit zudem auch nur Dateimanager mit Zweifenster-Darstellung gemeint sein. Der Total Commander ist davon wiederum einer der Klassiker, die auch heute noch weiterentwickelt werden.


Miniaturansicht links, Schnellansicht rechts

Allgemeines

 

Vorweg ist natürlich eine Klärung notwendig. Natürlich verfügt jedes Betriebssystem von Haus aus über einen Dateimanager. Ob der Explorer von Windows, der Finder in MacOS oder Nautilus in Linux Gnome - sie alle arbeiten jedoch mit Einfenster-Darstellung und sind primär zum Navigieren auf den Datenträgern gedacht. Dateien suchen, öffnen und hin und wieder auch mal kopieren oder verschieben. Diese Art der Verwendung ist hierbei aber nicht angedacht.

 

Dateimanager mit Zweifenster-Darstellung sind vor allem für die effektive Verwaltung großer Datenbestände gedacht. Sie ermöglichen das schnelle Verschieben großer Datenmengen quer über mehrere Festplatten. Häufig sind sie auch mit zusätzlichen Funktionen bestückt, die in dieser Form in den einfachen Varianten entweder nicht existieren oder per Plugin nachgerüstet werden müssen. Das Ausmaß dieser Funktionen ist je nach Programm sehr unterschiedlich. Der Total Commander bietet neben einer effektiven Verwaltung Zusatzfunktionen mit Augenmaß und hat sich dadurch als sehr praktisches Tool bewiesen.

 

Oberfläche

 

Die Oberfläche ist zum größten Teil ganz klassisch gehalten. Im Laufe der Jahre wurden nur wenige Aspekte modernisiert, wodurch der Total Commander aber auch heute angenehm zu verwenden ist. Dazu gehört die Einführung eines alternativen dunklen Darstellungsmodus ebenso wie eine alternative Symbolbibliothek für die Symbolleiste. Deren Symbole lassen sich zusätzlich in beliebig zu definierender Größe konfigurieren. Zusätzlich lässt sich eine weitere Symbolleiste zwischen die beiden Fenster legen. Auf die Laufwerke wird über den Fenstern mit Buttons oder einer ausklappbaren Liste zugegriffen.

 

Die beiden Dateifenster lassen ebenfalls viele Darstellungsoptionen zu. Sowohl hinsichtlich der Inhalte als auch bezüglich der farblichen Gestaltung geht dies von einigen Presets bis hin zu manuell definierten Vorlagen. Dazu gesellen sich zwei spezielle Ansichten für Miniaturbilder und eine Dateivorschau für Grafiken (über IrfanView) sowie Text. Die Fenster lassen sich auch vertikal anordnen und nach diversen Kriterien sortieren. Unter den Dateifenstern befindet sich eine übersichtliche Befehlsleiste mit den sechs häufigsten Dateioperationen und einer direkten Kommandozeile.

 

Zusatzfunktionen

 

Der Total Commander besitzt eine Reihe an Zusatzfunktionen, welche die Dateiverwaltung effektiver machen können. Dazu gehört zunächst eine Stapelverarbeitung für Dateinamen, wodurch mit entsprechenden Platzhaltern und Zählern eine schnelle Umbenennung großer Verzeichnisse möglich wird. Ferner kann zur besseren Übersicht der komplette Verzeichnisbaum eines Datenträgers erstellt und mit einem sehr flexiblen Suchtool einzelne Dateien gesucht werden. Die Suche kann jedoch auch genutzt werden, um in Textdateien einzelne Wörter zu finden, ohne diese Dateien vorher zu öffnen. Abschließend können Dateien und Verzeichnisse verglichen und manuell synchronisiert werden.

 

Packer

 

Eine weitere Kernfunktion ist die Integration diverser Packerformate. Archive in den Formaten ACE, ARJ, LZH, RAR und ZIP können nativ verwaltet werden, weitere Packer sind integrierbar. Für ZIP stehen zudem zusätzliche Optionen zur Verfügung. Einmal eingerichtet, kann auf diese Archive wie auf Verzeichnisse zugegriffen und Dateien aus oder in sie kopiert werden. Es lassen sich auch problemlos neue Archive aus einer Mehrfachauswahl von Dateien erstellen. Beim Entpacken können ebenfalls mehrere Archive ausgewählt und automatisch in jeweils eigene Verzeichnisse entpackt werden. Abschließend können bestehende Archive auf ihre Integrität getestet werden.

 

FTP

 

Der Total Commander kann problemlos die Standardfunktionen eines FTP-Clients ersetzen. Die unterschiedlichen FTP-Zugänge können in einer Liste verwaltet werden; per Klick wird im aktiven Dateifenster dann die FTP-Verbindung aufgebaut. Die Verbindung kann per FTPS auch gesichert erfolgen. Aus dem Dateifenster heraus können dann die üblichen Dateioperationen durchgeführt werden, die Verwaltung von Webseiten auf Dateiebene ist damit ein Kinderspiel. Dazu gehört auch die Festlegung der Attribute bzw. Rechte für alle Dateien und Verzeichnisse.

 

Fazit

 

Der Total Commander ist nicht so hübsch wie der Speed Commander und auch nicht so umfangreich wie Directory Opus. Er integriert jedoch die entscheidenden Funktionen in einer praktischen Oberfläche und ermöglicht damit ein sehr schnelles und effizientes Arbeiten. Und das ist es am Ende, worauf es bei einem Werkzeug (Tool) ankommt.

 

Zudem ist das Programm nach wie vor mit einer lebenslangen Lizenz für nur 37 Euro erhältlich und damit unter den gleichwertigen Alternativen auch preislich die beste Wahl. Ebenfalls zu erwähnen ist die Verfügbarkeit für eine Vielzahl an Sprachen und die Möglichkeit zusätzlicher Funktionen über Plugins.


Stapelverarbeitung für Dateinamen Detailanzeige in Dunkel Detailanzeige in Hell



Veröffentlicht:
Letzte Änderung: 25.08.2021